Beschreibung der Burg

Die ovale Ringmauer, laut Horwath im 15. Jh. gebaut, hat einen Durchmesser von ~ 72 m . Sie besteht aus einer 3 – 4 m dicken und 10 – 12 m hohen Steinmauer, die von vier Türmen, drei mit rundem und einem mit poygonalem Grundriss, mit der Torwehr (32 m lang) und der später gebauten Vorburg verstärkt wird. Da im Mittelalter die optimale Höhe der Verteidigungswerke ~ 10 m betrug, ragen die Türme nur wenig über die Mauer hinaus. Die vier Türme waren unter einander und mit der Torwehr durch eine, heute nicht mehr vorhandene, niedrige Zwingermauer verbunden.

Die im 16. Jh. gebaute Vorburg ist durch eine Mauer mit dem SO Turm verbunden und bildet so den „Bäckerhof“, in dem eine Bäckerei und eine Mühle mit Pferdegöpel funktionierte.

Die gesamte Anlage war von einem 3 Klaftern (~ 5,67 m) tiefen und 4 Klaftern (~ 7,56 m) breiten, durch Steinmauern eingefassten, Wassergraben umgeben.

Die Ringmauer wird von einem Wehrgang gekrönt, der so breit ist, dass bequem eine Reihe von Menschen neben einander gehen können. Der Zugang erfolgte von den obersten Kammern, so dass er schnell besetzt werden konnte. Dieser Wehrgang war sicher nicht, wie heute, von einem Satteldach, sondern von einem Pultdach (heute noch sichtbar im Dachstuhl und auf einem alten Bild im “Sächsischen Burzenland“ von 1898) bedeckt damit es feindlichen Brandgeschossen keine Angriffsfläche bot. Die Stirnwand des Wehrganges wird von Schießscharten und Gußerkern in unregelmäßiger Anordnung durchbrochen. Hier finden wir auch den Rest einer Waffe, die eine Art „Orgelgeschütz“ darstellt. Auf einem kräftigen Brett, das in einer Maueröffnung um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert ist, sind beidseitig fünf halbrunde Vertiefungen angebracht, die an einem Ende eine Wand haben. Diese Wände sind gegenständig angeordnet. Man muss sich vorstellen, dass in diesen Vertiefungen je ein Rohr befestigt war. Wenn die Rohre der einen Seite geladen waren, wurde das Brett ausgeschwenkt, so dass der Feind in die Schusslinie kam und die fünf Rohre sehr schnell hintereinander abgefeuert werden konnten. In dieser Position wurden die andern Rohre geladen und das Spiel begann von Neuem.

Über dem Torgang wurde 1793 das ehemaligen Fiskalmagazin, das heute ein kleines, aber sehenswertes Volkskundemuseum beherbergt und darüber die ehemalige Ratsstube, die als Gemeinderaum dient in dem im Winter die Gottesdienste gehalten werden, gebaut.

An der Innenseite der Ringmauer, der Vorburg und des Bäckerhofes sind ~ 275 Wohnkammern in 3 – 4 stöckiger Anordnung erhalten. Der Zugang erfolgt über Holztreppen und – galerien. Hier bewahrten die Bauern ihre Wertsachen und Vorräte auf. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jh. wurden Getreide und Speck hier aufbewahrt.

In Kriegszeiten dienten diese Kammern als Wohnraum.

Bemerkenswert ist, dass es zwei Schulstuben gab, das heißt, dass der Unterricht auch in Zeiten der Belagerung nicht unterbrochen wurde.

Heute stehen die meisten Kammern leer, in einigen sind kleine, museale Handwerkerwerk-stätten und eine Schulstube nachempfunden.